Verein

Seit November 2012 ist das Heinersyndikat ein beim Amtsgericht Darmstadt eingetragener Verein. Die Form des “e. V.” ist eine gute Grundlage, um unser Projekt voranzutreiben. Für den geplanten Hauskauf hat der Verein gemeinsam mit dem Mietshäuser Syndikat eine GmbH gegründet.

Satzung (Version 3.1 vom 29.08.2016)

Präambel

In dem Verein Heinersyndikat organisieren sich Menschen, die in Darmstadt ein gemeinschaftliches und selbstorganisiertes Wohnprojekt nach dem Modell des Mietshäuser Syndikats realisieren wollen.

Wir wünschen uns ein gemeinschaftliches Zusammenleben, das von gegenseitiger Unterstützung und Teilhabe aller Bewohner_innen geprägt ist.

Wir möchten Menschen unabhängig von ihrem Einkommen, ihrer Herkunft, ihrem Lebensalter, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer körperlichen oder gesundheitlichen Situation Räume zu günstigen Mietkonditionen anbieten.

Dabei sehen wir unser Projekt auch als Möglichkeit gesellschaftliche Alternativen praktisch auszuprobieren.

Indem wir auf Mietbasis in unveräußerlichem Gemeineigentum leben, stellen wir sicher, dass die Mieten dauerhaft stabil bleiben und sich auch Menschen beteiligen können, die kein Eigenkapital einbringen können.

Soweit finanziell möglich, gestalten wir unser Gebäude umweltverträglich durch die Nutzung erneuerbarer Energien und ökologischer Baustoffe und ermöglichen barrierearmes Wohnen.

Durch das verstärkte gemeinschaftliche Nutzen von Ressourcen wie Autos, Alltagsgegenständen und Lebensmitteln wollen wir einem verschwenderischen Lebensstil entgegenwirken.

Wir sind nach außen offen und suchen den Kontakt zu unseren Nachbarn und Nachbarinnen. Dafür wollen wir Räume für politische, kulturelle und soziale Veranstaltungen anbieten und das Leben im neuen Lincoln-Quartier aktiv mitgestalten.

§ 1 Name, Sitz und Eintragung

  1. Der Name des Vereins lautet Heinersyndikat e.V.
  2. Er hat seinen Sitz in Darmstadt.
  3. Der Verein ist in das Vereinsregister des Amtsgerichts Darmstadt unter der Nummer VR 83235 eingetragen.

§ 2 Zweck des Vereins

  1. Zweck des Vereins ist die Selbstorganisation der MieterInnen im (geplanten) Wohnprojekt ‚Heinersyndikat’ in Darmstadt. Der Verein versteht sich als Teil des Solidarzusammenschlusses der MieterInnen und Wohnungssuchenden im Mietshäuser Syndikat und verfolgt denselben Zweck: Selbstorganisierte und sozial gebundene Mietshausprojekte zu schaffen und zu unterstützen, um das Recht auf Wohnraum für alle zu verwirklichen. Wohnraum im Einklang mit der Umwelt soll dabei ebenso im Vordergrund stehen wie die Vereinigung von Wohn-, Kultur- und Lebensraum der BewohnerInnen.
  2. Der Verein unterstützt die Mitglieder bei der Organisation von Formen solidarischer Nachbarschaftshilfe über durchschnittliche Wohnbedürfnisse hinaus.
  3. Der Verein unterstützt die Mitglieder bei der Vernetzung mit dem Quartier. Durch kulturelle und soziale Angebote soll sich das Wohnprojekt zum Stadtteil hin öffnen.
  4. Der Verein kann zur Ergänzung der wohnlichen Versorgung seiner Mitglieder Gemeinschaftsanlagen und Folgeeinrichtungen, Läden und Räume für Gewerbebetriebe errichten und soziale, wirtschaftliche und kulturelle Einrichtungen und Dienstleistungen übernehmen.
  5. Der Verein kann sich zur Erfüllung dieses Zwecks an anderen Vereinen oder Gesellschaften beteiligen, die zum Ziel haben, selbstorganisierte und alternative Wohnprojekte zu errichten, zu erhalten, zu fördern und weitere dem Zweck dienliche Tätigkeiten entfalten.

§ 3 Mitgliedschaft

  1. Mitglied können natürliche oder juristische Personen sein, die MieterInnen im angestrebten Wohnprojekt ‚Heinersyndikat’ sein werden. Ab Bezug eines Objektes umfasst der Verein als Mitglieder alle Personen, die Wohnungen oder Gewerberäume im Wohnprojekt als Mietpartei verantwortlich nutzen wollen. Vermietet wird ausschließlich an Mitglieder des Vereins.
  2. Über die Aufnahme der Mitglieder entscheidet die Mitgliederversammlung (MV).
  3. Die Mitgliedschaft endet mit Tod, Ausschluss oder durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand.
  4. Ein Mitglied kann durch Beschluss der MV ausgeschlossen werden, wenn es den Vereinszielen zuwider handelt oder seinen Verpflichtungen gegenüber dem Verein nicht nachkommt. Das Mitglied ist zu der Versammlung einzuladen und anzuhören.
  5. Fördermitglied ist, wer Mitglied im Verein ist, aber kein eingetragener Mieter des Hauses. Als Fördermitglied ist man berechtigt, Vorschläge bezüglich Vorstandswahl oder in Belangen des Projekts in der MV vorzubringen. Fördermitglieder sind selbst wählbar, verfügen jedoch über keine Stimmberechtigung.
  6. Mitgliedsgebühren werden von der MV festgelegt.

§ 4 Mitgliederversammlung (MV)

  1. Die MV wird vom Vorstand oder mindestens drei Mitgliedern einberufen. Die Einberufung erfolgt schriftlich, spätestens 14 Tage vor der Versammlung. Der Versand per E-Mail ist zulässig.
  2. Die MV beschließt mit mindestens einfacher Mehrheit der abgegebenen Stimmen, soweit das Gesetz keine andere Mehrheit vorsieht oder ein anderes Abstimmungsverfahren in der Geschäftsordnung festgelegt ist.
  3. Die Beschlüsse der MV werden protokolliert. Hierzu bestimmt die MV zu Beginn einer Sitzung ein Mitglied als Protokollanten.
  4. Schriftliche Abstimmung durch nicht anwesende Mitglieder in Briefform oder mündlich durch einen Vertreter ist dabei zulässig, soweit dies in der Geschäftsordnung festgelegt ist.
  5. Zwischen den Mitgliederversammlungen werden die laufenden Geschäfte und Aufgaben des Vereins vom Plenum, dem regelmäßigen Treffen der Mitglieder, sowie Arbeitsgruppen und Sonderversammlungen wahrgenommen. Einzelheiten können per Beschluss der Mitgliederversammlung oder in der Geschäftsordnung geregelt werden.

§ 5 Vorstand

  1. Der Vorstand besteht aus drei oder mehr gleichberechtigten Personen, die von der MV gewählt werden. Er ist der MV verantwortlich und an ihre Weisungen gebunden.
  2. Jedes Vorstandsmitglied ist gemeinsam mit einem anderen Vorstandsmitglied vertretungsberechtigt.

§ 6 Vermögen und Beiträge

Der Verein erstrebt keinen Gewinn; etwaiger Gewinn darf nur satzungsgemäß verwendet werden. Der Verein ist uneigennützig tätig und verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Ziele. Die Mitglieder dürfen in ihrer Eigenschaft als Mitglieder keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins erhalten. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Über Beiträge oder Einlagen entscheidet die MV.

§ 7 Vereinsauflösung

Bei Auflösung des Vereins oder bei Wegfall seines bisherigen Zwecks ist das Vermögen des Vereins weiter im Sinne des bisherigen Zwecks zu verwenden: Es wird als Zweckvermögen (unselbständige Stiftung) dem Mietshäuser Syndikat GmbH zur treuhänderischen Verwaltung übertragen.

Satzung-Heinersyndikat-3.1