MV des Mietshäuser Syndikats beim Altöttinger Mieterkonvent

Vom 12.-14.7. fand die Mitgliederversammlung des Mietshäuser Syndikats (MHS) beim Altöttinger Mieter Konvent (AMK) im tiefsten Oberbayern statt. Bei wunderschönem Wetter konnten wir (Steffi, Urs, Dorothee) uns dort mit vielen anderen Aktiven des MHS austauschen, das tolle Altöttinger Projekt kennenlernen und uns in AGs und der eigentlichen Mitgliederversammlung am Samstag beteiligen.

Schwer beeindrucktAMK sind wir vom Organisationstalent der AMK-BewohnerInnen, die nicht nur die MV hervorragend organisiert haben, sondern in den letzten vier Jahren in vielen tausend Stunden Arbeit ihre beiden Häuser um- und ausgebaut haben, von der Fassadendämmung über den Fenstereinbau bis zum „Bunker“ für Konzerte und Partys. Damit haben sie nicht zuletzt die anfangs sehr skeptischen NachbarInnen im erzkatholischen Wallfahrtsort Altötting (12.000 EinwohnerInnen) überzeugt, mit denen sie sich mittlerweile trotz „wildem Aussehen“ prima verstehen. Damit ihnen die Arbeit bloß nicht ausgeht, fassen die AMK’lerInnen schon die Erweiterung auf ein Nachbarhaus ins Auge… und möglicherweise entsteht irgendwann ein zweites Syndikatsprojekt auf dem oberbayerischen Land. Das Mietshäuser Syndikat scheint ziemlich ansteckend zu sein ;-)

Die Aufnahme neuer Projekte war – wie immer – auch Thema der Mitgliederversammlung, darunter zwei Gruppen, die ihre Projekte auf dem Gelände der ehemaligen Turley Baracks in Mannheim realisieren werden. Die Region wird also um mehrere Mietshäuser Syndikats-Projekte reicher! Zu verdanken ist das natürlich dem Engagement der Gruppen, aber auch der Unterstützung durch die Stadt Mannheim, die ausdrücklich Wohnprojekte auf den Flächen will und in den städtischen Konversionsprozess aktiv einbezieht. Wir HeinerInnen haben da noch mal sehr aufgehorcht und überlegen, was man aus dem Beispiel Mannheim hier in Darmstadt lernen kann und wie wir solche Lernprozesse unterstützen könnten.

Die Neuaufnahmen zeigen, dass das Syndikat wächst und wächst und wächst… Die druckfrisch verteilte neue Broschüre, die über das MHS informiert, enthält sage und schreibe 72 Projekte und ist schon nicht mehr aktuell! An immer mehr Orten in Deutschland (und wohl auch darüber hinaus) entstehen Wohnprojekte, die sich am Syndikat beteiligen wollen. Das begeistert alle, bringt aber auch Belastungen mit sich, so das Strukturdiskussionen – Was muss auf der bundesweiten MV diskutiert werden, was ließe sich möglicherweise regionalisieren? Wie können die BeraterInnen und die zentrale Koordination entlastet werden? Müssen manche Prinzipien des Syndikats künftig noch stärker rechtlich abgesichert werden? – ein weiteres wichtiges Thema des Treffens war.

Viele neue Projekte heißt natürlich auch, dass viele Direktkredite gesucht werden, z. T. auch sehr kurzfristig zur Überbrückung, bis Bankkredite bewilligt werden, oder zur Vorfinanzierung, um städtische Bauförderungen zu bekomme. Da wir aktuell (leider) davon ausgehen, dass wir selbst für das Heinersyndikat nicht ganz so schnell Geld brauchen werden, wollen wir daher damit anfangen, anderen Projekten Direktkredite zur Verfügung zu stellen. Zunächst wird es sich dabei um Geld von Leuten aus unserer Gruppe handeln, die etwas übrig haben. Wir überlegen aber auch, mit der Einwerbung von Direktkrediten bei Leuten außerhalb der Gruppe zu beginnen und diese in Dreieckskreditverhältnissen zunächst anderen Projekten zur Verfügung zu stellen. Sobald das Heinersyndikat die Kredite braucht, könnten wir das Geld zurückfordern. Durch das Parken jeweils relativ geringer Summen in verschiedenen Projekten wäre dies möglich, da das jeweilige Projekt voraussichtlich problemlos Ersatzkredite akquirieren kann. So wäre allen geholfen! Wer also Interesse hat, mittelfristig uns und vielleicht kurzfristig schon andere zu unterstützen, ist herzlich eingeladen, sich direkt an uns zu wenden oder ab und zu auf unserer Website nach weiteren Informationen zu schauen.

Die nächste Mitgliederversammlung des Syndikats findet übrigens am 26. Oktober in Lübeck statt… damit auch die Leute aus dem Süden mal richtig lange fahren müssen…