Rückblick 2015 / Ausblick 2016: Lincoln-Siedlung, wir kommen!

Baustelle und Bürgerforum: Es tut sich was in der Lincoln-Siedlung

Seit Frühjahr 2015 sind die Bauarbeiten in der Lincoln-Siedlung im vollen Gange und nach den Studierenden im Norden des Geländes werden Anfang des neuen Jahres die ersten Mieter_innen des Bauvereins im Süden einziehen. Im November 2015 gab es zudem eine Beteiligungsmöglichkeit für Bürger_innen: Sie konnten ihre Ideen und Wünsche für die Ausschreibung des Planungswettbewerbs zur Quartiersmitte mit Park, Quartiersplatz und Schule einbringen. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um Vorschläge zu machen und auf die Chance von Synergien mit den (Raum-)Angeboten der Wohnprojekte hinzuweisen. Externer Link zur Info-Präsentation Bürgerforum

Für die Wohnprojekte hieß es trotzdem lange: warten…

Für uns selbst ging es langsamer voran als gedacht. Wegen der Baustelle konnten wir das Gelände kaum betreten und Informationen flossen nur spärlich. Lange Zeit war unklar, wann für die Wohnprojekte der offizielle Startschuss für Bewerbung und Planung fallen würde – und unter welchen Bedingungen wir „unseren“ Wohnblock tatsächlich kaufen können!

In den letzten Wochen wurde nun die rechtliche Grundlage geschaffen, dass das Vergabeverfahren Anfang 2016 beginnen kann. Am 15. Dezember beschloss die Stadtverordnetenversammlung (StaVo) den Bebauungsplan und den Städtebaulichen Vertrag zwischen Stadt und Bauvereins-Tochter BVD New Living, der Eigentümerin des Geländes, zur Entwicklung der Lincoln-Siedlung.

Infos zum Vergabeverfahren

Die Veröffentlichung der Vergabebedingungen war zuvor allerdings erstmal ein Schreck: Zu kurze Planungsfristen, Unklarheit, ab wann wir eine verbindliche Reservierung bekommen, und für den Fall konkurrierender Bewerbungen eine Entscheidung nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.“ Erste Infos über Grundstückspreise ließen uns zusätzlich zweifeln, ob die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in der Lincoln-Siedlung möglich sein wird.

Mittlerweile sind wir wieder hoffnungsvoller: In der StaVo am 15.12. wurden aus den Reihen der Regierungskoalition Anpassungen des Vergabeverfahrens in Aussicht gestellt. Anträge der Fraktionen UFFBASSE und Die Linke, die u. a. Nachbesserungen des Städtebaulichen Vertrags und eine verstärkte Förderung für sozialverträgliche Wohnungspreise fordern, wurden mit dem Wohlwollen der Mehrheit immerhin zur Prüfung an die Stadtregierung überwiesen.

Das Thema bezahlbarer Wohnraum steht in jedem Fall aktuell ganz oben auf der politischen Agenda – kein Wunder angesichts der Mietpreisentwicklung in Darmstadt und der bevorstehenden Kommunalwahl! Wir erwarten die weiteren Entwicklungen also mit Spannung.

Es gibt viel zu tun!

Das heißt natürlich nicht, dass wir ansonsten untätig sind, im Gegenteil. In den nächsten Monaten gibt es viel zu tun! Die Bewerbungsphase für Wohnprojekte wird voraussichtlich in Kürze offiziell eröffnet und wir haben einiges vorzubereiten: Die Haus-GmbH gründen, ein Architekturbüro auswählen und unser Konzept so präzisieren, dass sich alle darin wiederfinden – und es finanzierbar bleibt.

Gerade die Finanzierungsplanung wird spannend, denn unser Ziel einer bunten sozialen Mischung von Menschen und Wohnformen will nicht so recht in die üblichen Förderprogramme für Mietwohnungsbau passen. WGs zum Beispiel sind in der Landesförderung einfach nicht vorgesehen. Im Austausch mit dem Wohnungsamt arbeiten wir an Lösungen, aber vieles wollen und müssen wir ohne staatliche Förderung stemmen und dafür untereinander solidarisch sein.

Ganz wichtig sind für uns die Direktkredite von Unterstützerinnen und Unterstützern!

Nach der GmbH-Gründung wird es endlich möglich sein, dem Heinersyndikat Direktkredite zu geben. Damit kann (fast) jede_r mit Krediten ab 500 Euro dazu beitragen, in Darmstadt das erste selbstorganisierte und solidarische Syndikatswohnprojekt zu verwirklichen!

Um bezahlbare Mieten zu erreichen und die nötigen Bankkredite zu bekommen, werden wir voraussichtlich bis zu einer Million Euro an Direktkrediten brauchen. Viel Geld – aber 1000 x 1000 Euro sind eben auch eine Million.

Bis zur Gründung der GmbH nehmen wir natürlich weiter Zusagen über Direktkredite entgegen.